Größtes digitales Patientenaktenarchiv Deutschlands
Klinikum der Universität Freiburg
115 Millionen Seiten in 85 Millionen Schriftstücken von rund 1,8 Millionen Patienten - die Größe des Krankenaktenarchivs des Universitätsklinikums Freiburg ist beeindruckend. Doch für die hervorragende Funktionalität sind auch andere Gesichtspunkte entscheidend.

Seit 25 Jahren werden im Uniklinikum Freiburg in Zusammenarbeit mit der Heydt-Verlags-GmbH Patientenakten auf Mikrofilm archiviert. Seit April 2000 erfolgt die Archivierung hybrid auf Mikrofilm und als digitales Bild auf CD-ROM für jede der 14 Kliniken. In der Frauenklinik, der Hautklinik, Psychatrischen Klinik und der Medizinischen Klinik werden alle Akten aus stationären Behandlungen wochengleich verarbeitet. Dadurch steigt der Anteil der über HYDMedia digital sofort verfügbaren Patientenakten ständig. Ältere Patientenakten werden auf Anforderung innerhalb von wenigen Stunden über einen Mikrofilm-Rückkopierer digital über das Rechnernetz verteilt. Das Zusammenspiel von Patientenverwaltung und der auch nach Jahrzehnten rechtssicheren und dauerhaften Archivierung mit HYDMedia wurde federführend durch die Abteilung Archivierung und Dokumentenmanagement mit Hilfe der EDV-Experten des Klinikums und der Heydt-Verlags-GmbH genau auf die Bedürfnisse des Universitätsklinikums Freiburg angepasst. Um das Archiv einzusehen, genügt ein Mausklick aus dem von der Informatikgruppe der Medizinischen Klinik entwickelten KIS MEDOC heraus. Die Indexierung entsprechend der Systematik der Patientendatenverwaltung erfolgt über Fallnummer, Patientennamen oder Geburtsdatum durch eine HL7-Schnittstelle, die die restlichen Indexkriterien in die Datenbank von HYDMedia bringt. "HYDMedia ist in unser KIS vollständig integriert, sowohl was die Anbindung der Indexdaten betrifft als auch die Einbindung des HYDViewers in die Benutzeroberfläche", sagt Dr. Albrecht Zaiß, stellvertretender Leiter der medizinischen Informatik. Zur Zeit testet das Klinikum den Einsatz von HYDIntranet, dem Intranetbrowser von HYDMedia, der im ganzen Klinikum eingesetzt werden soll um die Bedienung noch weiter zu vereinfachen.
Weniger Papier, mehr Schnelligkeit
Nach dieser Devise arbeitet man in Freiburg im Moment daran, alle elektronisch erzeugten Dokumente, die aus rechtlichen Gründen keine Unterschrift benötigen, ohne den Umweg über das Papier direkt in HYDMedia zu integrieren und gleichzeitig zur Langzeitarchivierung auf Mikrofilm zu transferieren. Bei den vielen hundert verschiedenen Dokumentarten im Klinikum eine echte Daueraufgabe. Bei den Röntgenanforderungsscheinen in der Chirurgischen Klinik ist ein Zwischenschritt schon gemacht: Sie werden vor Ort taggleich verarbeitet und just-in-time bereit gestellt. Dabei erfolgt die Patientenidentifizierung durch den aufgebrachten Barcode. Ein ähnliches Verfahren ist für die Medizinische Klinik geplant. Auch bei der Einbindung von Bildinformationen erweist sich HYDMedia ausgesprochen flexibel. So soll HYDMedia bislang isolierte bildgebende Systeme klinikweit über das EDV-Netzwerk verfügbar machen.
Für die Zukunft gerüstet
Demnächst sollen zum Beispiel gescannte Röntgenbilder im DICOM-Format eines Subsystems ohne Kopplung an das KIS von HYDMedia interpretiert und mit den Stammdaten des Patienten verknüpft. Über eine HL7-Schnittstelle meldet HYDMedia den neuen Datenstand dann an MIRAplus und macht damit die Daten zu voll in das KIS integrierten Röntgenbildern. Auch die Integration anderer hochauflösender bildgebender Verfahren wie Video, Dia, Fotos oder die Daten der digitalen Bildarbeitsplätze in der Chirurgie und in anderer Kliniken steht im Pflichtenheft für die Zukunft. Die Integration ist durch die Struktur von HYDMedia mit seinen offenen Standards heute bereits machbar, erfordert aber vor allem beim Umstieg auf Farbdarstellung einen deutlichen Ausbau der Hardware.
Update 2004 - HYDMedia weiter auf dem Vormarsch.
Seit dem Jahr 2000 haben alle Kliniken mit einem Behandlungsauftrag Zugriff auf die archivierten Krankenakten. Somit wurde das System mit immer neuen Funktionen zu einem zentralen Informationsmanager im Gesamtklinikum. Nachdem die Onlinearchivierung der Bildbefunde in der Zahnklinik und der Chirurgie umgesetzt wurde, liefert im nächsten Schritt die Röntgenapplikation der Zahnklinik Bilder zur Onlinearchivierung an HYDMedia. Der Altbestand der ehemaligen Gemed-Lösung wurde komplett in HYDMedia migriert.
Momentanes Projekt ist der direkte kontrollierte Zugriff der MDK-Regionalcenter unter Gewährleistung des Datenschutzes auf vom Klinikum freigegebene Aktenteile eines Patienten via Remote Access Call. Durch die Einführung von HYDRemote werden sämtliche Einsparpotentiale rund um den Aktenversand und Reproduktion der durch den MDK angeforderten Aktenbestandteile ausgeschöpft, was dem allgemeinen Kostendruck, der auf allen Einrichtungen des Gesundheitswesens lastet, entgegenwirkt.